Anna Hollandt (früher Rupprecht) plädiert für Offenheit bei Tabuthemen. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Daniel Karmann/dpa)

Die ehemalige Skisprung-Weltmeisterin Anna Hollandt hat ihre längere Auszeit im Weltcup mit mentalen Problemen begründet. «Um tiefe mentale Probleme vorzubeugen oder nicht noch zu vertiefen, bin ich den Schritt gegangen und hab seither viel an mir gearbeitet, Abstand zur Sportwelt bekommen und genossen, was das Leben ohne den Sport zu bieten hat», schrieb Hollandt, vor ihrer Hochzeit Rupprecht, bei Instagram.

Die 28-Jährige hatte im Januar einige schlechte Weltcup-Ergebnisse eingefahren und dann eine Pause eingelegt. Sie habe gemerkt, dass sie sich mental immer tiefer «in die Sch* reite», fügte Hollandt vielsagend an. 

Als Sechsjährige habe sie sich nie vorstellen können, dass der Sport «irgendwann dazu führt», dass sie ihr Leben hinterfrage, nicht glücklich sei und so sehr an sich zweifle, dass es «zum Zerreißen» weh tut. Aufhören möchte die Springerin des SC Degenfeld allerdings nicht.

Offener Umgang mit Regelschmerzen

Hollandt erwartet einen harten Weg aus der Krise, sie unterschrieb ihren emotionalen Post mit dem Hashtag #mentalhealthmatters. Unter der Nachricht erhielt die Skispringerin jede Menge Zuspruch – unter anderem auch von ihren Kolleginnen Eva Pinkelnig und Pauline Eichhorn (früher Heßler).

Hollandt ist dafür bekannt, gesellschaftlich heiklere Themen prominent in der Öffentlichkeit zu platzieren. Bei der WM 2023 in Planica sagte sie vor einem Millionenpublikum im ZDF: «Ich habe mich ultra schwergetan. Gott sei Dank lässt die Periode irgendwann nach.» 

Sie plädierte für einen offenen Umgang mit Regelschmerzen. «Ich habe keinen Bock darauf, mich irgendwie rauszureden, warum es nicht so gut war. Das gehört dazu, das gehört enttabuisiert.»

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